Gnosis verstehen · Die Wissensbasis des Pleronauten
Die Bogomilen: Geschichte und Lehre
Die Bogomilen, auch Bogumilen geschrieben, waren eine christliche religiöse Bewegung, die im zehnten Jahrhundert in Bulgarien hervortrat. Sie verbanden Kritik an kirchlicher Macht mit einer dualistischen Deutung von geistigem Ursprung und materieller Welt.
Wer waren die Bogomilen?
Der Name wird mit dem Priester Bogomil verbunden und häufig als Gottesfreunde oder Gottliebende erklärt. Über den Anfang der Bewegung ist nur begrenzt Sicheres bekannt. Ein grosser Teil der Berichte stammt von ihren Gegnern. Deshalb ist Quellenkritik besonders wichtig.
Die Bewegung verbreitete sich im Balkanraum und im Umfeld des Byzantinischen Reiches. Ihre Geschichte lässt sich nicht einfach mit der Geschichte jedes mittelalterlichen religiösen Dissenses auf dem Balkan gleichsetzen.
Die Lehre der Bogomilen
In den überlieferten Vorstellungen steht der gute göttliche Ursprung einer unvollkommenen materiellen Welt gegenüber. Die Schöpfung dieser Welt wird einer gegnerischen oder gefallenen Macht zugeschrieben. Christus erscheint als Wegweiser zur geistigen Befreiung.
Diese Vorstellungen werden häufig als gemässigter Dualismus beschrieben: Die böse Macht ist demnach nicht ursprünglich ein gleichrangiger zweiter Gott. Ihre religiöse Lebensweise war von Askese und Distanz zu bestimmten kirchlichen Einrichtungen geprägt. Auch hier gilt: Die Überlieferung ist lückenhaft und teilweise polemisch.
Bogomilen und Katharer
Zwischen Bogomilen und Teilen der katharischen Bewegungen bestanden Verbindungen. Ein wichtiges Textzeugnis im Zusammenhang dieser Beziehungen ist die Interrogatio Iohannis, auch als geheimes Abendmahl oder geheimes Buch des Johannes bezeichnet.
Dieses mittelalterliche Werk ist nicht dasselbe wie das antike Apokryphon des Johannes aus dem Umfeld von Nag Hammadi. Die ähnlichen Namen können leicht zu Verwechslungen führen.
Waren die Bogomilen Gnostiker?
Die Unterscheidung von geistigem Ursprung und begrenzter Welt erinnert an Motive der Gnosis. Deshalb werden die Bogomilen häufig im Zusammenhang mit gnostischen und dualistischen Traditionen behandelt. Historisch sind sie jedoch als mittelalterliche Bewegung zu betrachten. Eine lückenlose Überlieferung von antiken Gnostikern über Manichäer und Paulikianer bis zu den Bogomilen ist nicht einfach nachgewiesen.
Meine persönliche Sicht
Was das mit dem Pleronauten zu tun hat
Mich interessieren an den Bogomilen die Fragen nach geistiger Freiheit und nach der Verwechslung von Macht mit Wahrheit. Der Pleronaut nimmt diese Fragen in den heutigen Alltag mit: Was bestimmt mein Denken, und was kann ich selbst erkennen? Meine Geistreise ist eine persönliche Annäherung an solche Themen.
Dein nächster Schritt
Du möchtest weiterlesen, schmunzeln oder diesen Fragen persönlich begegnen?