1. Ich trage ein göttliches Licht in mir.
Dieses innere Licht nennen wir EPI. Es erinnert mich an meinen göttlichen Ursprung und an das, was ich im Innersten bin.
Pleroma + Naut = Pleronaut
Ein Reisender, der nicht fortwill – sondern sich erinnert.
Drei Freunde begleiten den Pleronauten: Vogel, Schlange und Schildkröte. Sie verbinden auf seinem Weg gnostische Selbsterkenntnis mit stoischer Lebenskunst.
Den eigenen Käfig erkennen
Der Vogel zeigt ihm, dass er selbst im Käfig sitzt. Was er für seine ganze Welt hielt, hat Grenzen. Die Erinnerung an seine Flügel weckt die Sehnsucht nach Freiheit.
Erwachen und sich erinnern
In der gnostischen Bildwelt weckt die Schlange Erkenntnis. Sie ermutigt ihn, Täuschungen zu durchschauen und sich an seinen göttlichen Funken zu erinnern.
Frei bleiben lernen
Die Schildkröte bringt die Stoa in seinen Alltag: Was liegt in meiner Macht? Was darf ich loslassen? Sie hilft ihm, gelassen zu bleiben und mutig zu handeln.
Gnosis und Stoa haben ihre eigenen Weltbilder. Auf meinem Weg begegnen sich ihre Fragen: sich an das innere Licht erinnern, bewusst handeln und loslassen lernen.
Pleroma bezeichnet in der Gnosis die göttliche Fülle, -naut den Reisenden. Der Pleronaut sucht die Erinnerung an seine geistige Heimat.
Der Körper ist der Raumanzug.
Die Seele ist die Bord-SIM.
Der Geist ist der Reisende.
Die Bord-SIM trägt Persönlichkeit, Gefühle und Erinnerungen; der Bordcomputer steht für erlernte Programme. Der Reisende lernt, seine Ausrüstung bewusst zu nutzen und gut für sie zu sorgen. Und gelegentlich putzt er einfach das Visier.
Als Bestatter und Trauerredner erlebe ich, wie Namen, Rollen und Lebensgeschichten im Angesicht des Todes an ihre Grenze kommen. Daraus wuchs meine Frage: Wer bin ich vor dem Tod?
Die Gnosis führte mich zum Bild des Vogels im Käfig und zu meinem Buch «Der Vogel, der vergass, dass er fliegen konnte». In meinen Büchern über Schlange und Schildkröte vertiefte ich die Fragen nach Erkenntnis, Freiheit und stoischer Lebenskunst.
Aus diesem persönlichen Weg entstand der Pleronaut. Ich erzähle, was mich bewegt – und lade dich ein, selbst zu prüfen und deinen eigenen Weg zu entdecken.
Für alle, die tiefer einsteigen möchten: zehn Gedanken zu meinem persönlichen, gnostisch geprägten Weltverständnis.
Dieses innere Licht nennen wir EPI. Es erinnert mich an meinen göttlichen Ursprung und an das, was ich im Innersten bin.
Mein Körper ist mein Raumanzug. Meine Rollen sind Aufgaben auf dieser Reise. Doch wer ist der Reisende darin?
Ich lebe hier, doch mein Ursprung liegt im Pleroma – der göttlichen Fülle. Mein Heimweh weist über diese Welt hinaus.
Ich unterscheide zwischen dem Demiurgen, dem Gestalter dieser unvollkommenen Welt, und dem wahren göttlichen Ursprung jenseits ihrer Grenzen.
Ich erwarte von ihr keine endgültige Vollkommenheit. Trotzdem kann ich Leid lindern, Menschen beistehen und liebevoll handeln.
Angst kann meine Aufmerksamkeit binden und mich lenkbar machen. Ich lerne, sie wahrzunehmen, ohne ihr jede Entscheidung zu überlassen.
In meinem Weltverständnis endet die Möglichkeit der Täuschung nicht mit dem Körper. Deshalb beschäftige ich mich schon im Leben mit Bewusstsein, Erkenntnis und innerer Freiheit.
Ein helles Auftreten, grosse Worte oder spirituelle Autorität machen etwas noch nicht wahr. Ich darf fragen, zweifeln und unterscheiden.
Bücher, Lehrer und Seminare können mich anregen. Doch die Frage «Wer bin ich?» muss ich selbst erforschen. Auch die Aussagen des Pleronauten darf ich prüfen.
Ich suche die Verbindung zu EPI bereits jetzt. Dabei gehören Mitgefühl und Humor zur Reise: Ich nehme mich selbst und diese Welt nicht allzu ernst.
Alle Bücher zu meinem Weg findest du gesammelt in der Bordbibliothek.
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