Gnosis verstehen · Die Wissensbasis des Pleronauten
Pleroma: Was bedeutet die göttliche Fülle?
Pleroma ist ein griechisches Wort für Fülle. In verschiedenen gnostischen Lehrsystemen bezeichnet es die göttliche Vollständigkeit oder die Fülle geistiger Wirklichkeit. Die genaue Bedeutung unterscheidet sich je nach Text und Tradition.
Pleroma in der Gnosis
Viele gnostische Erzählungen unterscheiden zwischen einer begrenzten, vergänglichen Welt und einem göttlichen Ursprung. Das Pleroma beschreibt dabei die Fülle, auf die das menschliche Erkennen ausgerichtet ist. Es ist kein mit astronomischen Mitteln bestimmbarer Ort.
Besonders in valentinianischen Überlieferungen wird diese Fülle durch göttliche Wirklichkeiten oder Äonen entfaltet. Solche Darstellungen sind religiöse Bildwelten. Ihre Namen und Beziehungen lassen sich nicht zu einer einzigen, überall gültigen Landkarte der Gnosis zusammenfügen.
Sophia, Äonen und Erkenntnis
Sophia bedeutet Weisheit. In mehreren Erzählungen ist diese Gestalt mit einer Krise verbunden, durch die die begrenzte Welt entsteht. Wie Sophia zum Pleroma, zum Weltschöpfer und zum Menschen steht, wird unterschiedlich erzählt. Wer eine bestimmte Lehre verstehen möchte, sollte deshalb bei ihrem Text bleiben.
Auch Epinoia begegnet in gnostischen Texten als ein vielschichtiger Begriff für Denken oder Einsicht. Die Epinoia des Lichts im Apokryphon des Johannes hat mich zu meiner Figur EPI angeregt. EPI ist meine heutige Veranschaulichung und keine aus der Antike überlieferte Comicfigur.
Pleroma und Demiurg
In vielen gnostischen Weltbildern wird die Fülle des höchsten Ursprungs von der eingeschränkten Ordnung des Demiurgen und der Archonten unterschieden. Erkenntnis bedeutet dann, die eigene Herkunft nicht ausschliesslich mit dieser begrenzten Ordnung zu verwechseln. Nicht jede gnostische Strömung beschreibt diesen Zusammenhang gleich.
Warum heisst es Pleronaut?
Ich verbinde Pleroma mit der Endung -naut, die einen Reisenden bezeichnet. Daraus wird der Pleronaut: ein Mensch auf der Suche nach seiner geistigen Herkunft.
Der Körper ist in meiner Bildsprache der Raumanzug. Die Seele ist die Bord-SIM aus Erinnerungen, Gefühlen und Programmen. Der Geist ist der Reisende. Dieses Bild übersetzt meinen persönlichen Zugang in eine verständliche Sprache. Es ist keine wörtliche Formel aller historischen Gnostiker.
Meine persönliche Sicht
Was das mit dem Pleronauten zu tun hat
Für mich steht das Pleroma für die geistige Heimat. Der Weg dorthin beginnt mit der Frage, wer die Gedanken, Rollen und Gefühle bemerkt. Darum lautet mein Leitsatz: Der Weg nach Hause führt nach innen. Die Geistreise verbindet diese Frage mit dem eigenen Alltag – und mit genügend Humor, um den Raumanzug nicht mit dem Piloten zu verwechseln.
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